Schulfotograf II

Die Schulsekretärin hat mir ein Pflaster auf die Stirn geklebt und mit dem Insekt im Auge hat sie mir auch geholfen. Danach konnte ich endlich wieder gucken. Aaah, das war gut! Aber leider hab ich gesehen, dass ich ein bisschen wie Frankenstein ausseh, so mit dem matschigen roten Auge und dem Pflaster auf der Stirn.

Das fand der Fotograf übrigens auch. Deshalb hat der mich auch nicht fotografiert. Weil meine Eltern das Foto sowieso nicht kaufen, so wie ich darauf aussehe, hat er gesagt.

Also echt, das war ja voll frech von dem Fotografen, oder?
Und dann hat er noch gesagt, bei dem Klassenfoto soll ich mich in die hinterste Reihe stellen. Und zwar hinter Maurice. Dabei ist Maurice viel größer als ich. Menno!

Illustration

So kann man doch gar nichts von meinem neuen grünen Kleid sehen! Und von meinem Gesicht auch nicht. Außerdem hat Cheyenne mir auch noch Hasenohren gemacht und ich hab’s nicht gemerkt.

Das war voll blöd beim Fotografen, echt! Das einzige Gute daran war, dass Geschichte bei Frau Kackert ausgefallen ist. Und dass Berenike einen Pickel hatte. Und zwar voll auf der Nase.

Illustration

Schulfotograf I

Heute war der Schulfotograf da. Weil wir das vorher schon wussten, haben wir uns extra schick angezogen. Ich hatte mein neues grünes Kleid an und Cheyenne so ein rosanes mit Rüschen.

Aber leider ist mir auf dem Schulhof irgendwas ins Auge geflogen, eine Mücke oder so. Das hat voll gebrannt! Ich hab das Auge gar nicht mehr aufgekriegt und als ich gerieben hab, wurde es noch schlimmer. Das Auge hat getränt und ich konnte überhaupt nichts mehr sehen. Deshalb bin ich dann auch noch über eine Schultasche gefallen, die da so auf dem Schulhof rumstand. Und dann bin ich mit der Stirn gegen einen Baum geknallt. Das war eine Birke, glaub ich. Auf jeden Fall hatte der eine total kratzige Rinde, der Baum, und anschließend war meine Stirn auch aufgekratzt und hat ein bisschen geblutet.

Cheyenne hat mich reingeführt in die Aula, wo der Schulfotograf war. Aber der hat gesagt, so kann er mich nicht fotografieren. Und ich soll erst mal zur Sekretärin gehen und mir ein Pflaster holen.

Dabei hatte ich doch voll gut aufgepasst, dass kein Blut auf mein neues grünes Kleid kommt!

Geburtstagskuchen II

… „Oh, das ist gut“, hab ich gesagt. Und zwar, weil ich wusste, wo Papas Bierflaschen stehen. Ich hab eine Flasche geholt und wir haben sie aufgemacht und in den Teig gegossen. Dann sollte auch noch Backpulver rein, aber Mama hatte bloß so winzig kleine Tütchen gekauft. Also haben wir alle sieben Tütchen genommen, die da waren. Immerhin hatten wir ja auch vierhundert Gramm Mehl. Oder viertausend oder so. Und dann haben wir noch alles andere in unseren Teig getan, was im Rezept stand.

Illustration

Alles zusammen haben wir dann in einen Kochtopf gefüllt und in den Ofen gestellt. Dann haben wir den Ofen voll aufgedreht und gewartet. Aber das war total langweilig und deshalb sind wir lieber raus gegangen. Wir haben im Garten „Tiere raten“ gespielt. Aber gerade, als ich mir als Tier „Qualle“ ausgedacht hab, haben wir Mama gehört. Sie hat nämlich voll laut geschrien. Da sind wir lieber wieder reingegangen.
Oh weia! Der Kuchen kam uns fast schon in der Küchentür entgegen! Er war nämlich viel größer geworden als der Topf und dann ist er unten beim Backofen rausgelaufen. Außerdem hat es so verbrannt gerochen. Und ein bisschen nach Bier.

Mama war voll stinkig und hat gesagt, sie lässt uns nicht aus der Küche raus, bevor nicht alles wieder pikobello sauber ist. Menno!
Wir haben so ungefähr zwei Stunden geschrubbt, bis Mama endlich zufrieden war. Zwischendurch haben wir ein bisschen vom Kuchen genascht, nur so zur Stärkung. Aber der hat ziemlich komisch geschmeckt, der Kuchen. So, wie wenn man sich übergeben muss.

Cheyenne hat ihn trotzdem mit nach Hause genommen, für ihre Mami.

Illustration
Arena Verlag